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 Reflexion 

Reflexion

Projektverlauf

Da der theoretische Hintergrund schon vor Abgabe des Diplomantrags aufgearbeitet wurde, konnte ich mich danach vor allem der Umsetzung der Idee widmen.
Die Schwierigkeit war, dass zwar einerseits die Idee für die Umsetzung relativ früh stand, aber andererseits die konkrete Vorstellung zur Interaktion der Arbeit im Ausstellungsraum noch fehlte.

Was ich unterschätzt hatte, war der Aufwand für den Bau des "Gehäuses". Er war relativ aufwendig und zeitintensiv. Aber dafür bin ich mit dem Resultat der Bauweise des Automaten, bis auf ein paar Details, sehr zufrieden.

Stärken und Schwächen
Während der Realisierung des Projekts ist mir klar geworden, dass mit einem technisch funktionierenden Fotoautomaten, noch nicht zwingend die Arbeitverstanden wird.
Ich glaube, dass die wenigsten Besucher (ausser jene die sich bei mir oder auf der Website vorinformiert haben) als erstes an Agamben oder an den Lagerbegriff denken werden.

Mir ist auch durchaus bewusst, dass der öffentliche Passbildautomat im üblichen Gebrauch für Schüler und Jugendliche vor allem als Vergnügungs- und Spassmaschine benutzt wird. Doch gerade dieses Spannungsfeld ist interessant, wenn Agamben sagt: "Das muss nicht unbedingt als Katastrophe daherkommen, es kann vielmehr sehr reibungslos erscheinen." (siehe Zitat Projektidee, Seite 2).

Ich denke, für den Besucher wird klar, dass die geläufigen Konventionen bespielt werden, welche für ein "amtsfähiges" Pass-/ oder Ausweis-Foto die "Norm" sind. (Die vom Eidg. Justiz- und Polizeidepartement festgesetzten Auflagen finden sich unter http://www.fedpol.ch/d/themen/ausweise/fm-einstieg.htm). Und somit ist der erste Schritt getan.
Es wird sicher vorkommen, dass der Besucher auch nach erfolgreicher Anfertigung eines Passbildes im Automaten das Projekt noch nicht durchschauet hat. Umso "bewegender" kann es dann für ihn sein, wenn er sich über den Hintergrund informiert und sich Gedanken dazu macht. Und wenn er dann zu einem späteren Zeitpunkt, in der einen oder anderen Situation, Schwellen bewusster wahrnimmt; dann hat das Projekt sein Ziel erreicht.

Ich habe aber während der Arbeit fürs Diplomprojekt, wenn ich Freunden von meiner Idee erzählte, die Erfahrung gemacht, dass auch Leute, deren Hauptinteresse nicht in erster Line Philosophie, Geschichte oder Politik ist, die Aussage des Projekts einleuchtend bis beeindrucken fanden. Und alle haben die Intention dieses Projekts verstanden.


Gewichtung
Bei der Realisierung des Projekts hat sich gezeigt, dass die Arbeit aus drei Teilen besteht: der theoretische Hintergrund als Fundament (Agambens These zum Lager), der technischen Lösung und der gestalterischen Umsetzung.
Sicherlich ist auch der technische bzw. gestalterische Aspekt wichtig, denn sie tragen zu einem grossen Teil zum möglichen Erfolg der Arbeit bei. Dennoch liegt mein Interesse in erster Line darin, eine Thematik aufzugreifen und einen Weg zu finden, sie medial aufzuarbeiten.

Die Aufgabe, welche ich mir selbst gestellt habe, ein Diplomprojekt zu Agambens Thesen zum Lager zu realisieren, war sicherlich eine Herausforderung. Wie gut die Umsetzung auf ein breiteres Publikum wirkt, wird sich zeigen.
Persönlich hat mir die Arbeit am Diplomprojekt sehr viel Freunde bereitet; eigentlich täglich mehr. Den Grund dafür ist, dass auch während der intensive Projektarbeit keine grossen Zweifel an der Projektidee aufkamen. Ich bin mit dem Verlauf und Resultat sehr zufrieden. Trotzdem (oder gerade darum?!) glaube ich, dass die Thematik mich noch weiterhin beschäftigen wird.